Leicht vs. Schüller 2026: Welche Küche ist besser?
Leicht und Schüller im Vergleich: DISQ-Ränge, Herstellerbewertungen auf Küchen-Atlas, belegte Käuferpreise, Fronten und die Garantieregeln beider Marken.
Wer Leicht und Schüller nebeneinanderlegt, vergleicht zwei sehr unterschiedlich große Hersteller: einen Spezialisten für architektonische Küchen mit breiter Material- und Farbpalette und einen der großen Serienhersteller, der sich selbst in der breiten Mitte des Marktes sieht. Die Unterschiede, die beim Kauf zählen, stehen weniger im Prospekt als in drei Punkten: wie Besitzer nach Jahren urteilen, wer im Reklamationsfall zuständig ist und welche Preise tatsächlich belegt sind.
Leicht und Schüller: der Unterschied in Kürze
Die LEICHT Küchen AG wurde 1928 von den Brüdern Alois und Josef Leicht in Schwäbisch Gmünd gegründet und sitzt heute in Waldstetten im Ostalbkreis. Das Unternehmen hatte 2024 rund 750 Beschäftigte und meldete für 2023 einen Umsatz von 180 Mio. €, rund 60 % davon im Export (Stand 2021). Seit 05/2025 ist der Münchner Beteiligungsfonds Orlando Capital V gemeinsam mit dem Management beteiligt, die Familie Welle bleibt laut Pressemitteilung investiert.
Schüller wurde 1966 von Otto Schüller in Herrieden in Mittelfranken gegründet und baut seit 1971 Einbauküchen. Das Familienunternehmen fertigt an einem einzigen Standort, nach eigenen Angaben rund 170.000 Küchen im Jahr mit rund 2.300 Beschäftigten. Für 2023 meldete Schüller 758,8 Mio. € Umsatz, gut das Vierfache von Leicht. Zum Unternehmen gehören die Premiummarke next125 und der Arbeitsplattenhersteller Systemo.
Beide Marken verkaufen nicht direkt an Endkunden. Leicht setzt laut Unternehmen ausschließlich auf Fachhändler. Schüller-Küchen stehen auch in Möbelhäusern, teils unter anderen Namen: Käufer im Küchen-Forum nennen die Handelsnamen Contur, Global, Unic und bei XXXLutz in Österreich Novel. Bei Schüller lohnt deshalb die Frage, welcher Hersteller hinter einer Hausmarke steht.
Bei der Zertifizierung trägt Leicht das DGM-Zeichen „Klimaneutraler Möbelhersteller“, das auf dem Ausgleich der Emissionen durch Klimaschutzprojekte beruht. Schüller führt das Goldene M, PEFC, ISO 9001 und 50001 und betreibt seit 2023 eine Photovoltaikanlage mit 4,6 MW Spitzenleistung; als klimaneutral bezeichnet sich Schüller nicht. Wer Leicht lieber mit der Schüller-Premiummarke vergleicht, findet das in Leicht vs. next125.
Bewertungen: Was Käufer über Leicht und Schüller berichten
Die ergiebigste Quelle für beide Marken ist Küchen-Atlas. Das Portal mischt allerdings zwei Arten von Einträgen: Bewertungen des Herstellers, die Produkt und Reklamation betreffen, und Bewertungen des Studios, in dem gekauft wurde. Vergleichbar sind deshalb nur die reinen Herstellerbewertungen, und die haben wir für beide Marken einzeln ausgezählt.
Bei Leicht fällt der Abstand zwischen Studio und Hersteller besonders groß aus: Studiobewertungen im Schnitt 4,83, Herstellerbewertungen 2,94. Die zwölf Herstellerbewertungen seit 2023 kommen nur auf 2,35. Wiederkehrende Themen sind empfindliche matte Fronten, sich lösende Beschichtungen nahe dem Kochfeld und Streit darüber, ob Händler oder Hersteller zuständig ist. Die schwächste Kategorie im Profil ist „Nachlieferung und Reklamation“ mit 3,5.
„Von der Verarbeitung bin total enttäuscht, die Oberfläche der Fronten ist wirklich schlecht verarbeitet.“
Für Schüller wurden alle 298 Einträge mit Einbaudatum ausgelesen. Küchen bis ein Jahr kommen im Schnitt auf 4,70, Küchen ab zwei Jahren auf 3,60, allerdings nur aus 36 Bewertungen. Am stärksten fallen Reklamation (4,45 auf 2,68) und Fronten (4,70 auf 3,15). Für Leicht liegt keine solche Auslesung nach Küchenalter vor, deshalb stellen wir diese Werte nicht gegeneinander.
„Wir haben wieder eine Schüllerküche gekauft, da wir bisher mit unserer alten schüller Küche mehr als zufrieden waren.“
DISQ-Kundenbefragung: knapp im Gesamturteil, deutlich bei der Qualität
Die DISQ-Kundenbefragung Küchenmarken 2025 im Auftrag von ntv ist die einzige Quelle, in der beide Marken nach derselben Methode bewertet werden. Grundlage sind 1.236 Bewertungen von Besitzern einer Markenküche aus einem Online-Panel; in die Einzelwertung kamen 15 Marken mit jeweils mindestens 80 Kundenmeinungen.
Redaktionelle Einschätzung: In der Besitzerbefragung liegt Schüller bei Qualität und Preis-Leistung vorn, im Gesamturteil trennen beide Marken nur 0,6 Punkte. Auf Küchen-Atlas sind die Herstellerbewertungen beider Marken kritisch, bei Leicht etwas stärker und auf schmalerer Basis.
Fronten, Programme und Material
Leicht führt Dutzende Frontprogramme. Neu in der Collection 2026 sind die Acrylfronten METURO (supermatt, laut Hersteller antibakteriell und fingerabdruckunempfindlich) und IDEA (Acrylglas in vier Unifarben, Preisgruppe 3). AMETIS ist ein matter Metalliclack in Preisgruppe 4. KYOTO ist kein Frontprogramm, sondern ein Planungskonzept mit Rahmenoptik in heller Eiche oder Nussbaum. Dazu kommen CONTINO 12 mit 12 mm dünner Front, CONCRETE aus Echtbeton und KERA aus Keramik.
Schüller bietet laut Katalog 2026 29 Frontprogramme mit rund 400 Ausführungen. Den größten Teil der Farbbreite liefert das Colour Concept mit 29 Lackfarben, das sich über die zwölf Lackprogramme zieht. Die Spanne reicht von Kunststofffronten wie NOVA über Lacklaminat (Uni Gloss) und matte UV-Lacke (Matera) bis zum Polymerglas Smartglas und der furnierten Eiche ROCCA. Massivholzfronten führt Schüller nicht; Keramik- und Linoleumfronten gibt es nur bei der Schwestermarke next125.
Die Preisgruppen lassen sich nicht zwischen den Marken vergleichen. Leicht nennt sie im eigenen Katalog, für Schüller stammen sie aus der Frontdatenbank von KitchenAdvisor; schueller.de selbst nennt keine Preisgruppen. Eine PG 3 bei Leicht und eine PG 3 bei Schüller bedeuten also nicht denselben Preis.
Beim Korpus veröffentlichen beide nur Teile. Leicht nennt drei Korpuslinien mit 73, 80 und 86 cm und Auszüge, die mit 40 oder 70 kg belastbar sind, ab 60 cm Breite automatisch 70 kg. Schüller nennt Korpus-Traversen aus Massivholz, 1,9 cm starke Einlegeböden und Schubkästen OPTIMUS mit 15-mm-Zarge für 40 oder 70 kg. Die Stärke der Korpusseiten und den Beschlaglieferanten nennt keiner der beiden; bei Schüller ist nur die Öffnungshilfe TIP-ON von Blum belegt.
Bei den Fronten ähneln sich die Beschwerden. Bei Leicht betreffen sie vor allem matte und Antifingerprint-Oberflächen wie BONDI, bei Schüller die matten Lackfronten.
„Planung TOP; Einbau TOP - aber: Die Aussage, die Oberfläche wäre absolut resistent gegen Dreck und Handabdrcke, war leider der totale Flop!“
„wir haben Schüller sandgrau matt. Und mussten direkt nach Montage mehrere Fronten zurückgehen lassen - bei einer kam mit der Schutzfolie gleich der ganze Lack runter.“
Preise: belegte Fälle statt Prozentangaben
Weder Leicht noch Schüller veröffentlichen Preise. Für Schüller gibt es eine vergleichsweise dichte Basis: Das Verbraucherportal cleverkuechenkaufen.de nennt für eine Küchenzeile in unterer Preisgruppe mit Basisausstattung ab etwa 4.000 € und für 10 bis 15 m² Küche ohne Geräte 7.000 bis 14.000 €. Käufer im Küchen-Forum nennen mit Geräten und Montage 13.500 bis 25.000 €.
Für Leicht sind Neupreise aus Angeboten selten. Belastbar sind die Angaben der Bewerter auf Küchen-Atlas: 24 Bewertungen mit Kaufpreis nennen 13.000 bis 50.000 €, im Median 29.600 € (Einbau 2016 bis 2025, Stand 29.09.2026). Ein Forenbeitrag von 08/2019 nennt 25.000 € für eine Leicht-Küche mit Miele-Geräten, Berbel-Haube, Quooker und Keramikplatte. Laut cleverkuechenkaufen.de liegt Leicht selten unter 10.000 €.
Die Ausstellungsküchen zeigen eher den Abverkauf als den Neupreis: Auf Küchen-Atlas lag der Median der 30 Leicht-Angebote bei 22.518 € (Stand 29.09.2026), die zwölf Schüller-Angebote reichten von 4.900 bis 28.900 € (Stand 02.10.2026). Mehr dazu im Ratgeber Ausstellungsküche kaufen. Für die Schüller-Premiummarke nennen elf Käufer 24.000 bis 43.000 €, Details in der next125-Preisliste.
„Wie der Rabatt gestaltet ist, hängt mehr vom Küchenstudio als von der Marke ab.“
Redaktionelle Einschätzung: Die belegten Käuferpreise für Leicht liegen im Median deutlich über der Spanne, die Schüller-Käufer nennen. Wer mit unter 15.000 € plant, findet für Schüller deutlich mehr belegte Fälle in diesem Bereich als für Leicht.
Garantie, Lieferzeit und Service
Leicht gewährt fünf Jahre Garantie, allerdings gegenüber seinen Handelspartnern und ab Auslieferung an den Händler (leicht.com). Ausgenommen sind Fremdteile wie Geräte, Spülen und Leuchten, Montage- und Transportkosten, Verschleiß sowie Schäden durch Hitze oder Feuchtigkeit. Materialkosten übernimmt Leicht nur, sofern die Vorlieferanten noch Originalersatzteile haben.
Schüller nennt keine Herstellergarantie mit fester Laufzeit. In den FAQ schreibt das Unternehmen, der Händler sei „Gewährleistungs- und gegebenenfalls auch Garantiegeber“. Eine feste Lieferzeit veröffentlicht Schüller ebenfalls nicht; cleverkuechenkaufen.de nennt durchschnittlich 8 bis 13 Wochen. Für Leicht gibt es keine veröffentlichte Lieferzeit, nur Einzelfälle: Ein Käufer bestellte 12/2020 und bekam die Montage 02/2021.
Wie die Lücke zwischen Händler und Hersteller in der Praxis aussieht, zeigen kritische Leicht-Bewertungen auf Trustpilot. Ein Käufer aus Großbritannien beschreibt 07/2025, dass nach dem Aus seines Händlers keine Garantiearbeiten mehr erfolgten. Bei Schüller berichten Käufer im Küchen-Forum mehrfach von Kulanz: getauschte Fronten bei Lackschäden und kostenloser Retuschierlack.
„The 5 year warranty is currently meaningless.“ (Original Englisch; Übersetzung: Die Fünf-Jahres-Garantie ist derzeit wertlos.)
„Eine Mail an Schüller mit dem Farbton und du bekommst sofort Retuschierlack gratis. Zumindest guter Support.“
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Für wen passt welche Marke?
Leicht passt zu Käufern, die eine sehr breite Material- und Farbauswahl wollen: Metalliclack, Acryl, Echtbeton, Keramik und die Le-Corbusier-Farbskala gibt es in dieser Kombination bei Schüller nicht. Die belegten Käuferpreise liegen höher, im Median bei 29.600 €. Die Schwäche liegt in der Nachbetreuung; wer Leicht kauft, sollte das Studio nach seiner Reklamationspraxis auswählen. Einen Vergleich mit einer günstigeren Marke zeigt Leicht vs. Nobilia.
„Die neue Küche ist übrigens unsere zweite Küche von Leicht - die erste hat 26 Jahre und wunderbar gedient.“
Schüller passt zu Käufern, die mit kleinerem Budget planen und dennoch viele Farben und Oberflächen wollen. Für Schüller sind deutlich mehr Preise im Bereich bis 15.000 € belegt, und die Marke liegt in der DISQ-Befragung bei Produktqualität und Preis-Leistung vor Leicht. Wer Keramik oder Linoleum sucht, landet bei next125. Wie sich Schüller gegen andere Mittelklassemarken schlägt, zeigen Schüller vs. Häcker, Schüller vs. Nolte und Nobilia vs. Schüller.
Leicht vs. Schüller: Pro, Contra und Empfehlung
Leicht
Schüller
Empfehlung: Entscheiden Sie zuerst nach Budget und Front, dann nach dem Studio. Wenn Ihre Wunschfront nur Leicht anbietet, etwa Metalliclack, Echtbeton oder eine Le-Corbusier-Farbe, nehmen Sie Leicht und prüfen Sie das Studio auf Reklamationspraxis und Ersatzteilzusage. Wenn Sie eine solide Küche mit großer Farbauswahl suchen und unter 15.000 € bleiben wollen, ist Schüller nach Datenlage die naheliegendere Wahl. Holen Sie für dieselbe Planung zwei Angebote ein und vergleichen Sie Endpreis, Aufbau und Garantie Zeile für Zeile.
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Häufige Fragen zu Leicht und Schüller
Ist Leicht oder Schüller besser?
In der DISQ-Kundenbefragung 2025 liegen beide fast gleichauf: Schüller auf Platz 4 mit 80,9 Punkten, Leicht auf Platz 5 mit 80,3. Bei der Produktqualität liegt Schüller mit Platz 2 deutlich vor Leicht auf Platz 9. Auf Küchen-Atlas sind die reinen Herstellerbewertungen bei beiden kritisch, Leicht im Schnitt 2,94, Schüller 3,23. Leicht bietet die breitere Material- und Farbauswahl.
Ist Leicht teurer als Schüller?
Nach den belegten Preisen ja. 24 Leicht-Bewerter auf Küchen-Atlas nennen 13.000 bis 50.000 €, im Median 29.600 €. Schüller-Käufer im Küchen-Forum nennen 13.500 bis 25.000 € mit Geräten und Montage, ein Fachportal nennt für eine einfache Küchenzeile ab etwa 4.000 €. Einen belegten Prozentabstand für dieselbe Planung gibt es nicht.
Welche Garantie geben Leicht und Schüller?
Leicht gewährt 5 Jahre Garantie gegenüber seinen Handelspartnern, gerechnet ab Auslieferung an den Händler; Geräte, Spülen, Leuchten und Montagekosten sind ausgenommen. Schüller nennt keine eigene Garantiefrist, laut FAQ ist der Händler Gewährleistungs- und gegebenenfalls Garantiegeber.
Wie lang ist die Lieferzeit bei Leicht und Schüller?
Keine der beiden Marken veröffentlicht eine feste Lieferzeit. Für Schüller nennt ein Fachportal durchschnittlich 8 bis 13 Wochen, für Leicht sind nur Einzelfälle aus Käuferberichten bekannt. Lassen Sie sich den Termin als Kalenderwoche im Vertrag bestätigen.
Gehört next125 zu Schüller?
Ja. next125 ist die Premiummarke der Schüller Möbelwerk GmbH in Herrieden. Keramik- und Linoleumfronten gibt es im Hause Schüller nur bei next125. Für next125 nennen elf Käufer 24.000 bis 43.000 €.
Wo kann ich Leicht und Schüller kaufen?
Beide verkaufen nicht direkt an Endkunden. Leicht setzt ausschließlich auf Fachhändler. Schüller-Küchen gibt es in Küchenstudios und Möbelhäusern, teils unter Handelsnamen wie Contur, Global, Unic oder Novel. Fragen Sie im Möbelhaus, welcher Hersteller hinter einer Hausmarke steht.
Welche Fronten sind bei Leicht und Schüller empfindlich?
In den Bewertungen beider Marken betreffen die meisten Beschwerden matte Fronten. Bei Leicht nennen Käufer vor allem matte und Antifingerprint-Oberflächen wie BONDI, bei Schüller matte Lackfronten mit Abplatzern und Fingerabdrücken. Bei Schüller fällt die Frontnote auf Küchen-Atlas von 4,70 im ersten Jahr auf 3,15 ab zwei Jahren.
Die Hersteller im Überblick
Marken-Überblick mit Stärken und Schwächen
Schüller Test
ab ca. 4.000 € (Küchenzeile, untere Preisgruppe) – ca. 7.000 € bis 14.000 € (Küche 10–15 m², nur Möbel) – 13.500 € bis 25.000 € mit Geräten und Montage (Käuferberichte)
4.2
/ 5,0
Leicht
Keine Herstellerpreise; Kaufpreise laut Küchen-Atlas-Bewertungen 13.000 bis 50.000 € (Median 29.600 €); 30 Ausstellungsküchen 4.351 bis 44.990 € (Median 22.518 €), Stand 29.09.2026
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